Parallele Therapie als besonderes Angebot für mehrsprachige Kinder


Die parallele Sprachtherapie ist für zweisprachige Kinder konzipiert. Das besondere an diesem Modell ist, dass in allen Stadien der Sprachtherapie die Zweisprachigkeit berücksichtigt wird: von der Anamnese, über die Diagnose bis hin zum Therapieabschluss.

Die Therapie beginnt mit einem ausführlichen Anamnesegespräch, in dem den Eltern u. a. die Wichtigkeit des gemeinsamen Bestehens beider Sprachen erklärt wird. Hierfür wurde in der Praxis ein Anamnesebogen entwickelt, der die Kenntnisse des Kindes in beiden Sprachen berücksichtigt.


Die Elternarbeit stellt einen weiteren Bestandteil der Therapie dar. Die Eltern werden ausgehend vom „zweisprachigen Sprachbaum“ im Fallbeispiel eines türkisch-deutschen Kindes in das Thema eingeführt. Dabei erklärt die Therapeutin die Wichtigkeit der zweiseitigen Baumpflege.

In regelmäßigen Abständen werden den Eltern zusammenfassende Therapiefortschritte vorgetragen und Tipps zum häuslichen Umgang mit der individuellen Sprachentwicklung in beiden Sprachen gegeben.

Parallele Sprachtherapie

Die parallele Sprachtherapie wird in Kooperation einer bilingualen oder mehrsprachigen türkisch-deutschsprachigen und einer deutschsprachigen Therapeutin räumlich und zeitlich getrennt doch in enger Kooperation durchgeführt.

Hierbei kann die Diagnose teilweise voneinander abweichen und auch Gemeinsamkeiten aufweisen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass bei mehrsprachigen Kindern häufig im Deutschen Dysgrammatismus und im Türkischen Defizite im Wortschatz diagnostiziert werden. Doch gemeinsam fördert man z. B. die auditive Wahrnehmung und Merkfähigkeit, was die Basis der Therapie bildet.

Die Therapieziele können unabhängig voneinander erreicht werden.

Die parallele Sprachtherapie ist aus der Praxis entstanden und wird seit 2007 hier in der Praxis durchgeführt.